Branding and Tochting

Für Viele war es das erste Mal, das Grachtentochten in Amsterdam: Im Dunklen Paddeln in den Grachten durch die beleuchtete Stadt. Damit sich die Anreise auch lohnt, wurde die Tourenplanung noch mit Brandungspaddeln auf der Nordsee kombiniert. Die Anreise erfolgte mit Jörgs Bus am Freitag Abend. 5 Seekajaks auf dem Dach plus 3 Seekajaks und ein 10er Kanadier auf dem Anhänger. Ziel war der 'Campingplatz de branding" in Zandvoort, der nicht in Erinnerung zu bleiben braucht. Als erstmals das Meer vom Auto aus zu sehen war, kam eine nachdenkliche Stille auf. Am Morgen betrug die Windstärke noch 6 in Böen 7. Dementsprechend waren die Wellen.
Bei leichtem Regen waren die Zelte und ein Tarp schnell aufgestellt und man konnte zum gemütlichen Teil solch einer Tour übergehen. Nach einer kühlen Nacht wurden wir am Morgen von der Sonne bei wolkenlosem Himmel geweckt. Der Wind hatte in der Zwischenzeit auch deutlich abgenommen. Das ließ ja hoffen. Am Vormittag kamen die drei Nachzügler aus Moers an. Mit vereinten Kräften und zwei Bootswagen wurden die Seekajaks an den Strand geschafft. Die Wellen wurden als hoch, aber machbar eingestuft.

Kurze Anweisung von Jörg und dann ging es los. Also volle Kraft voraus und durch die Brecher, um hinter den ersten oder auch zweiten Brandungsgürtel zu gelangen. Dies klappte gut und machte allen Spaß. Lediglich Sandras Gesichtausdruck zeugte noch von einer gewissen Restanspannung. Jetzt folgte der interessantere Abschnitt. Zurück an den Strand. Hierbei kam es zur ersten Kenterung, die aber ohne Blessuren blieb. Es wurde quasi lediglich der Platz getauscht: Fahrer raus, Sand und Meer rein.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die zweite Lektion befasste sich mit Schwimm- und Surfübungen ohne Boot, aber in voller Montur. Anschließend ging es wieder ins Boot und raus. Ob die Wellen dann noch heftiger waren als beim ersten Mal, wurde unterschiedlich empfunden. Jedenfalls waren die Wellen beeindruckend hoch und wir als Brandungsneulinge beeindruckend gut. Nach zwei Vollkenterungen und 3 Halbkenterungen und noch mehr Spaß, beglückwünschten sich alle Beteiligten zufrieden und ohne Schrammen wiedervereint am Strand. Bis auf ein Steuer-Stahlseil gab es auch an den Booten keine Schäden zu beklagen. 

Frisch geduscht fuhren wir Elf mit dem 10er-Kanadier im Schlepptau nach Amsterdam zum Kanuverein am Sploterplas, der das Grachtentochten organisiert. Da wir erst in die zweite Gruppe mit Startzeit 19:30 Uhr eingeteilt waren, blieb uns genug Zeit, um das Boot mit einer Rundumleuchte zu versehen, den Kanadier schon mal im Wasser zu parken und in einem marokkanischen  Restaurant Kraftreserven anzufuttern.
Dann ging es endlich los. Einer nach dem anderen einsteigen, Paddel in die Hand und zum Startpunkt unserer Gruppe. Bunt gemischt mit 1er und 2er-Kajaks und weiteren Kanadiern ging es Richtung Zentrum. Kurz davor musste einmal umtragen werden. Also alle raus, Kanadier rausgewuchtet, Bootswagen montiert, alles über die Straßenkreuzung und wieder rein. Klappte bestens, als würden wir das jeden Tag machen. 

 

 

Langsam wurde es dunkel, unsere Beleuchtung kam zum Einsatz und wir näherten uns dem Stadtzentrum. Hierbei ließen  sich schöne alte Häuser, riesige, beleuchtete Hotels und Kirchen bewundern. Dank gleichen Niveaus konnte man sich problemlos über das Leben und die Einrichtung von Hausbooten ein Bild verschaffen. Die erste Hälfte der 21 Kilometertour erfolgte noch recht euphorisch mit immer wieder neuen Liedkompositionen. Dann machte sich langsam der Hintern, die Arme und auch andere Körperteile bemerkbar. Da keine Pause vorgesehen war, gab es keine Erholung bzw. Durchblutung. Die Kanadiermannschaft wurde auf dem Rückweg auffallend ruhig und ersehnte sich die Ankunft am Kanuverein. 
Sonst sind Umtragestellen ja nicht sonderlich beliebt, aber wir waren froh für Gelegenheit unsere Gliedmaßen zu bewegen. Danach war der Weg nicht mehr weit und nach gut 4,5 Stunden legten wir nach einer Tour voller schöner Eindrücke wieder an. Dann wurde erst mal die Flasche Sekt geköpft, die wir stundenlang durch die Gegend gepaddelt hatten. Auf dem Wasser hatte es durch Platz- und Zeitmangel nur für ein paar Süßigkeiten und einen schnellen Schluck aus der Wasserflasche gelangt.

Aber natürlich waren wir nicht so entkräftet, dass wir uns nicht mit ein paar Bierchen bis kurz nach 3 Uhr auf dem Campingplatz zusammengehockt haben, um den tollen Tag noch mal Revue passieren zu lassen.
Der paddelfreie Sonntag war dem Packen, einem ausführlichen Frühstück, einem Strandspaziergang und natürlich der Rückfahrt gewidmet.
Alle waren sich einig: Solch ein Wochenende wollen wir auf alle Fälle nochmals erleben, vielleicht in den Grachten aber besser mit Kajaks statt im Kanadier.  

 

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