Wildwasser in der Südeifel

Es ist kalt. Es regnet. Der Himmel ist grau.

Was für ein Traum!

Denn was für „normale“ Menschen nach grauem Herbst klingt, ist für uns Paddler schließlich der Startschuss für die Kleinflusssaison!

 

Zumindest für einige wenige, wie sich herausstellte, als die Irreler Wasserfälle plötzlich überliefen und Pegel von ca 1,30m Markus, Christian P. und Christian B. am Anfang der zweiten Herbstferienwoche in das kleine Städtchen Irrel in der Südeifel lockte. Zur Entschuldigung einiger Paddelkollegen sei gesagt, dass natürlich nicht alle soviel Glück hatten, in der Woche passend zum tollen Pegel frei zu haben.

Wir aber erfreuten uns an der gemieteten, sehr rustikalen Hütte und lernten eine Menge.

Wir lernten erstens, was ein Millimeter ausmacht.

Wir lernten zweitens, dass man auch mit nur einem Auto umsetzen kann.

Und wir lernten drittens, dass es doch möglich ist, mit Markus unter einem Dach zu schlafen.

Aber der Reihe nach.

 

Irreler WasserfaelleDirekt auf dem Hinweg nach Irrel lockte ein kleiner Nebenfluss der Prüm – der Enzbach. Paddeltechnisch reizte er nicht sehr, aber in Neuerburg bildete er einen kleinen Wasserfall. Und der musste natürlich befahren werden! Zumindest die beiden Christians waren ganz heiß, wohingegen Markus noch an seine letzte Wasserfallbefahrung zurückdachte, die ihn seinen heiß geliebten Kendo gekostet hatte, und lieber den Fotoapparat in die Hand nahm.

So stürzten sich die beiden wackeren Helden, begutachtet und fotografiert von einer ganzen Reihe von Schaulustigen, direkt zwei Mal den Fall hinunter. Christian P. war ganz begeistert von seinem „ersten Mal“ - jetzt muss er nur noch lernen, dass man manche Fälle durchaus boofen sollte!

Danach waren die Irreler Wasserfälle an der Reihe, auf denen sich die drei austobten, bis die Dämmerung hereinbrach. Bei einem so hohen Pegel werden die Fälle richtig wuchtig, und so war das Ganze doch ganz schön sportlich und die ein oder andere tiefe Stütze wurde notwendig.

 

Dach überm KopfAbends ließ man es sich dann in der Hütte in Irrel gut gehen, wobei Duschversuche in Schreien und Fluchen endeten. Der Hebel einen Millimeter zu weit nach links – kalt! Einen Millimeter zu weit nach rechts – heiß! Aber irgendwann war auch das letze nasse Abenteuer des Tages überstanden und man konnte sich beim Feierabend-Bierchen die Heldentaten des Tages noch einmal auf dem Laptop anschauen. Und dank Ohropax tat am nächsten Morgen nur der Rücken von der viel zu weichen Matratze weh und nicht die Ohren vor Markus' Geschnarche. Hat doch auch was.

Der nächste Morgen barg die nächste Herausforderung – Strecke paddeln auf der Nims mit nur einem Auto! Der Versuch, mit dem Linienbus umzusetzen, klappte aber erstaunlich gut, auch wenn beim nächsten Mal das organisatorische Vorgehen noch optimiert werden muss. Die Nims selbst ist ein netter Kleinfluss mit ein paar Wehren, der eine entspannte Abwechslung zu den „Fällen“ darstellten, die am Nachmittag ein zweites Mal an der Reihe waren, bevor es auf den Heimweg ging.

 

von Christian Brune-Sieren (http://www.paddelszene.de/)

Christian B Noch ein Bericht von der gleichen Tour sowie ein paar weitere Fotos gibt es hier: http://www.paddelszene.de/irrel13.htm