Soca 2013

Wie jedes Jahr in den Sommerferien, brachen wir auch dieses Jahr wieder voller Vorfreude zu unseren alljährlichen Paddelferien mit dem Verein nach Slowenien auf. Ziel, wie auch im Jahr davor, war das "Camp Liza" in der Nähe von Bovec an dem schönen Gebirgsfluss Soca, der Wildwasserspaß für jede Könnensstufe bietet. Nach schätzungsweise 12 Stunden Autofahrt kam dann die Ernüchterung, der Schlag ins Gesicht, für manchen ein annähernder Herzkasper, als wir feststellen mussten, dass außer Steinen im Flussbett der Soca wenig zu sehen war!

 

Nach Errichtung unseres Zeltlagers auf dem Campingplatz hielten wir also erst einmal Kriegsrat, was wir unseren (leider nur fast) unkaputtbaren PE-Booten bei solch einem, ich nenne ihn einfach mal "bescheidenen", Wasserstand zumuten können. Markus regte daraufhin an, alles nach und nach flussabwärts zu paddeln, so dass wir möglichst lange etwas won dem Rinnsal haben würden, welches zu anderen Zeiten autogroße Steine wie Murmeln durch die Gegend schiebt. So fingen wir also direkt mit den oberen Abschnitten derSoca und Koritnica bis zum Campingplatz an, um diese noch mit möglichst viel Wasser zu erleben.

 

Interessant wurde es meiner Meinung nach besonders auf den unteren Abschnitten der Soca, vor allem der Abseilstrecke, welche wir letztes Jahr bei Hochwasser gepaddelt hatten. Diese Jahr war der Pege;-) allerdings so gering, dass die Strecke technisch anspruchsvoller wurde, aber die Wasser"massen" (hahaha) nicht so viel Wucht hatten und sogar Maurice und Ingrid die Strecke mitpaddeln konnten. Auch Christian Pege's Erstbefahrung der "Großen Schlucht" war, bis auf die Tatsache fast als Mittagessen eines Syphons zu enden, durchaus erfolgreich.

 

Auch zeigte es sich wieder, dass meine Zweitbefahrung der Abseilstrecke jedes Jahr unter keinem guten Stern steht. Letztes Jahr hatte ich mir dort den Kopf angehauen, dieses Jahr habe ich es geschafft wieder an der selben Stelle umzukippen, aber dank meines neuen Fullface-Helmes wurde ich optimal geschützt. Voll Triumph, es dieses Mal bei der zweiten Befahrung geschafft zu haben, paddelte ich um die nächste Ecke, blieb in einer Walze stecken und wurde, kurz bevor ich es alleine rausgeschafft hätte, von Andy über den Haufen gefahren. Da Jan direkt danach  fahren würde, blieb mir leider nichts anderes übrig, als auszusteigen und die Schmach des Schwimmens auf mich zu laden. Diese Entscheidung erwies sich im nachhinein als richtig, da Jan nicht nur durch die Walze fuhr, sondern auch mein Boot nahezu aufspießte. Wie gut, dass ich nicht mehr darin war! Aus diesem Grund heißt es ja auch: Abstand halten zum Vordermann!

 

Durch die steinigen Strecken gab es natürlich auch ein paar blaue Flecken; die größten Blessuren gab es allerdings nicht beim Paddeln. Im Rahmen eines Gruppenspiels maß Jan z.B. einen abschüssigen Geröllweg der Länge nach aus und musste hinterher mit Heilsalbe behandelt werden. Auch Christian war froh über die Salbe, nachdem er unvorsichtig beim Tauchen war. Und die Arnica Globuli fanden ebenfalls reißenden Absatz. Wie gut, dass Ingrid die Hausapotheke vor dem Urlaub aufgestockt hatte. Für's "Aua" der Boote war hingegen Andy zuständig. So musste er seine bootsbauerischen Fähigkeiten voll ausschöpfen um Christian's Boot nach einem missglückten Alpinstart wider einigermaßen in seine Form zurückzubiegen, da dieser nicht rechtzeitig vor der gegenüberliegenden Felswand abgebremst hatte.

 

Alles in allem muss ich sagen, es war wieder ein sehr schöner und gelungener Sommerurlaub, bei dem man die Soca mal in ganz anderem Zustand sehen konnte. Wir hatten alle viel Spaß und sind alle gesund und munter nach Hause zurückgekehrt und ich freue ich sagen zu können - wohin die Reise nächstes Jahr auch gehen mag: Leute, ich freu mich schon!

Niklas Dawid