Schon letztes Jahr hatten wir die Idee, den Biesbosch in den Niederlanden aufzusuchen. Mangels eines adäqauten Campingplatzes hatten wir die Idee dann doch geparkt. Dieses Jahr erwies sich die Recherche als erfolgreicher. Wir fanden einen Campingplatz, der direkt in der Nähe eines Gewässer-Arms war, der direkt in das Herz vom Biesbosch führte. Vier Personen hatten Interesse, die Alpha-Tour mitzumachen. Alpha-Touren bedeuten ja immer: Erste Tour, man weiß nichts, es kann alles passieren. Also Campingplatz im Vorfeld gebucht und am Donnerstag-Abend Richtung Biesbosch gefahren.

Wir kamen bei Regen und Wind an und mussten bei dem Wetter die Zelte aufbauen. Die Lage des Zeltplatzes war für uns Paddler schlichtweg genial, der Komfort des Campingplatzes den Preisen angemessen.

Der Einstieg zum Biesbosch war wirklich nur wenige Meter entfernt. Leider hatte die Lage aber auch einen kleinen Nachteil: Es windete die drei Tage ständig, so dass die Zeltplanen flatterten. Jedoch hatten wir uns bald an die Geräuschkulisse gewöhnt.

Die Erste Tour in den Biesbosch war in den nahegelegenen Norden geplant. Nach einem gemütlichen Frühstück ging es los. Wir kamen an eine Menge Schilf, toten Bäumen, Schwänen, Gänsen, Haubentauchern vorbei. Die ganze Region Biesbosch hat etwas faszinierendes.

Kleine Schilfbewachsene Paddelwege wechselten sich mit breiten Wegen ab. Teilweise hatten wir das Gefühl an Paddelwegekreuzungen an einem richtig großen See zu sein.

Wir trafen einige Packrafter, die uns irgendwie ein bisschen leid taten. Der Wind war häufiger Begleiter im Biesbosch, und die Packrafter wehte es doch ganz schon hin und her.

Die Blicke im Biesbosch waren sehr faszinierend.

Gegen Nachmittag kamen wir wieder am Zeltplatz an und hatten zu dem Zeitpunkt 19 Kilometer gepaddelt. Klingt nicht viel, aber der stärkere Wind und die Strömung die teilweise gegen uns gearbeitet hatte, sorgte für ein schnelles „Ich geh dann mal ins Zelt und lege mich hin“.

Am nächsten Tag wollten wir ursprünglich in den südlichen Biesbosch. Diese Idee hatten wir aber gemeinschaftlich verworfen, da die Karte noch mehr offene Gelände und große Wasserflächen auswies als im nördlichen Biesbosch. Bei dem derzeit vorherrschenden Wind wollten wir uns das nicht antun.

So paddelten wir am Anfang und Ende des nächsten Tages eine ähnliche Route konnten aber die Mitte der Paddeltour stark variieren.

Wir fanden sogar einen total gemütlichen Rastplatz extra für Paddler:

Gestärkt ging es weiter auf der Tour, mit weiteren schönen Einblicken. Da wir mittlerweile wussten, welche Biesbosch-Arme besonders stark vom Wind geprägt sind, haben wir die dieses Mal umfahren. Ganz vermeiden konnten wir den starken Wind jedoch nicht, denn irgendwie mussten wir ja zum Zeltplatz zurück.

Am zweiten Tag sind wir 16 Kilometer gepaddelt. Abends wurde noch ein bisschen gemeinsam gegessen und geklönt. Wir stellten fest, dass der Biesbosch eine schöne Paddelregion ist, aber nichts für absolute Anfänger. Der Wind konnte hier und da doch etwas herausfordernd sein. Und wenn man auf halber Tour merkt, dass man nichts mehr in den Armen hat, um gegen den Wind zurück zum Zeltplatz zu paddeln, hat man ein Problem…

Deswegen werde ich die Tour auch nicht regelmäßig anbieten; sie wird etwas Besonderes bleiben.

Hier noch ein paar Eindrücke:

Von Rüdiger